Psychologische Beratung versus Coaching

«Rien ne va plus» lautet ein Befehl aus dem Roulettespiel. «Nichts geht mehr» bedeutet, man darf keinen Einsatz mehr machen. Das Rad wird gedreht, die Kugel eingeworfen, die Spannung steigt. Ein Glücksspiel. Szenenwechsel. «Spiel des Lebens» heisst ein anderes, ebenso alt bekanntes Spiel. Wikipedia nennt es ein Brettspiel mit Würfelspiel-Elementen, bei dem ein Lebenslauf vom Abitur bis zum Altersruhestand in verschiedenen Stationen durchgespielt wird. Dabei kommt es auf die individuellen Entscheidungen eines jeden Spielers in Bezug auf Karriere, Familie und Finanzierungen an.


In diesem Sinn ist das Leben auch ein «Glücksspiel». Unser Rad dreht sich auch im Leben. Wir begegnen vielen Herausforderungen. Viele Entscheide sind pure Glücksache. Oder etwa doch nicht? Den einen gelingt mehr, den anderen weniger oder gar nichts. Es gibt Situationen, in denen wir ausgeliefert sind. Und doch sollten wir das, was wir tun können, tun. Das Beste daraus machen. Menschen können in schwierigen Zeiten auf eine Beratung zugreifen. Auf eine psychologische oder auf Coaching.

Psychologische Beratung für psychisch gesunde Menschen mit konkreten Lebensproblemen

Schauen wir auf die verschiedenen Herausforderungen im echten «Spiel des Lebens». Ein Abitur ist machbar, wenn alles mehr oder weniger rund läuft. Auch der Altersruhestand kann geplant werden. Und das ist der Punkt. Wir können unser Leben so gut, wie nur möglich planen. Es sind die unvorhergesehen Dinge, die uns fordern. Krankheit, Unfall oder Naturgewalten nehmen keine Rücksicht auf unsere Karriereplanung. Und dann die vielen kleinen menschlichen Unvollkommenheiten. Wer beispielsweise unter Druck steht, dem merkt man es an. Früher oder später. Das kann zu sozialen Konflikten führen. Ganz plötzlich sieht vieles anders aus. Jeder Ballon kann unter zu hohem Druck platzen. Wer rechtzeitig Beratung beansprucht, lernt einen anderen Umgang und andere Sichtweisen. Entspannung inmitten von Druckphasen. Gegenstand der psychologischen Beratung sind Aufarbeitung und Überwindung persönlicher, wie sozialer Konflikte.  

Coaching – für psychisch gesunde Menschen zu Berufs- und Lebensfragen

Eigentlich müsste zu Coaching praktisch das Gleiche stehen, wie zu psychologischer Beratung. Doch halt. Eben doch nicht. Beide, Coaching wie Beratung, wenden sich an psychisch gesunde Menschen. Doch beim Coaching ist es hauptsächlich der Ratsuchende, der Ideen entwickelt. Der Coach begleitet und irritiert ihn oder sie auf eine gesunde und provokative Art und Weise. Während der Berater eher mal Tipps gibt, hält sich der Coach zurück. Im Mittelpunkt stehen die Fragen und Ziele des Coachees. Ziel ist, dass der Ratsuchende eigene Wege und Massnahmen definieren kann. Ist er wieder im «Spiel des Lebens», kann er auf neu entdeckte Kompetenzen zugreifen. Eigene Wege sind nachvollziehbar und deshalb auch gangbar. Coaching ist also Begleitung und Hilfe zur Selbsthilfe.

Wir suchen nach Sicherheiten

Sowohl im Spiel des Lebens, wie auch im Roulette geht es darum, am Schluss möglichst viel Kapital zu besitzen. Kapital nehmen wir als Sicherheit wahr. Doch Sicherheit ist immer abhängig von verschiedenen Faktoren. Die grösste Sicherheit ist letztendlich, wie wir etwas gestalten und wie wir damit umgehen. Mit dem was wir haben, und ganz entscheidend, mit dem was wir nicht haben. Insbesondere Letzteres kann uns, so komisch es klingen mag, «reich» machen. Daher gilt für den Umgang im Leben der Spruch «Nichts geht mehr» in dem Sinn nicht. Es geht immer, nämlich dann, wenn Los- und Zulassen auch zum Leben gehören dürfen. Wenn sein darf, was ist. Das allerdings ist eine Lebensaufgabe, der man sich immer wieder neu stellen muss.